

Auch das Physikum wurde mit der neunten Novelle der Approbationsordnung verändert, jedoch bei weitem nicht so stark wie das am Ende des Studiums folgende Hammerexamen. Neben den drei Naturwissenschaften Physik, Chemie und Biologie werden weiterhin die Fächer Anatomie, Physiologie, Biochemie und Medizinische Psychologie/Soziologie geprüft.
Das Physikum gliedert sich in einen schriftlichen und mündlichen Anteil. Die Gesamtnote für das Physikum ergibt sich je zur Hälfte aus beiden Prüfungsteilen. Das Physikum trägt zu einem Drittel, das Hammerexamen zu zwei Dritteln zur späteren Examensgesamtnote bei.
Der schriftliche und mündliche Teil können separat bestanden werden. Wer also die Schriftliche vergeigt, kann die Mündliche bestehen und muss im nächsten Anlauf nur noch die schriftliche Prüfung machen. Dafür kann man jedoch nicht mehr, wie früher üblich, eine schriftliche 5 durch eine mündliche 2 ausgleichen.
Im schriftlichen Teil des Physikums sind an 2 Tagen zu je 4 Stunden Prüfungszeit 320 nach Fächern sortierte Multiple-Choice-Fragen zu beantworten. Die Bestehensgrenze ist dabei variabel und liegt zwischen 55 und 60 %. Nach Anmeldung beim Landesprüfungsamt mit allen erforderlichen Scheinen erhält man mit der Zulassung zum Physikum auch seinen Prüfungsort zugewiesen.
Auf den schriftlichen Teil folgt die mündliche Prüfung. Diese muss nach den Regelungen der neuen Approbationsordnung die drei Fächer Anatomie, Physiologie und Biochemie umfassen. Es gibt also keine Möglichkeit mehr, die mündliche Prüfung in Soziologie zu machen.
Die Prüfungsvorbereitung für das Physikum ist die erste große Begegnung mit dem Kreuzen, eine der Hauptbeschäftigungen des Medizinstudenten vor den großen Prüfungen. Dabei geht man Fragensammlungen mit Kommentaren Fach für Fach durch und arbeitet so mit der Beantwortung von Fragen und dem Lesen der Fragenkommentare den Gegenstandskatalog GK1 durch.
Nach der neuen Approbationsordnung sollen auch im Physikum bereits mehr Fragen mit klinischem Bezug gestellt werden. Jedoch ist die Beantwortung dieser Fragen nicht wesentlich schwieriger, da die naturwissenschaftlichen Fächer im Studium sowieso immer unter medizinischem Blickwinkel betrachtet werden. Das Motto lautet daher: Kreuzen, Kreuzen und nochmals Kreuzen.
Das Angebot an Vorbereitungsmaterial ist vielfältig. Klassiker sind die Schwarze Reihe oder auch die Mediscript-Reihe mit Lernkommentaren zu den Fragen. Auch Faktensammlungen zum Physikum, versprechen Orientierung im Lerndschungel.
Die mündliche Prüfung findet in Dreiergruppen statt und besteht aus einem etwa halbstündigen Prüfungsgespräch pro Fach. Hilfreich ist für die Vorbereitung der mündlichen Prüfung die Beschaffung von Prüfungsprotokollen des jeweiligen Prüfers. Die lokalen Fachschaften leihen diese Protokolle gegen ein Pfand aus und verlangen dafür die Abgabe eines aktuellen Prüfungsprotokolls.