


Für viele kommt nach dem universitären Teil des Studiums oder nach dem PJ die Frage auf: Und was für ein Arzt werde ich jetzt?!?!?
Man will seinen "Facharzt" machen, eine fachspezifische Weiterbildung, nach der man dann eine bestimmmte Berufsbezeichnung führen darf, z.B. Internist, Chirurg, Gynäkologe, etc.
Für viele kommt nach dem universitären Teil des Studiums oder nach dem PJ die Frage auf: Und was für ein Arzt werde ich jetzt ?!?!?
Man will seinen "Facharzt" machen, eine fachspezifische Weiterbildung, nach der man dann eine bestimmmte Berufsbezeichnung führen darf, z.B. Internist, Chirurg, Gynäkologe, etc. Beabsichtigt man sich als "Facharzt" niederzulassen, sprich eine Praxis aufzumachen oder eine bestehende zu übernehmen, dann muß man sich an die Weiterbildungsordnung der Ärztekammer halten und bestimmte "Berufserfahrungen" sammeln, die man sich dann anrechnen lassen kann.
Um den Facharzt in einem bestimmten Gebiet zu erlangen, muß man fast immer eine bestimmte Anzahl an aktiven Berufsjahren in diesem Fach (oder verwandten Fächern) nachweisen. Um z.B. Urologe zu werden muß man insgesamt 60 Monate gearbeitet haben. Davon mindestens 48 Monate in der Urologie und 12 Monate in der Chirurgie gemacht haben, aber nur maximal 12 Monate davon in niedergelassenen Arztpraxen. Außerdem kann man sich 6 Monate in einem Anatomie-Institut, in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe, 6 Monate in der Kinderchirurgie oder 6 Monate in der Plastische Chirurgie anrechnen lassen. Kompliziert was??!
Am Ende muß man dann auch immer noch eine Facharzt-Prüfung ablegen, welche nach soviel Arbeit dann aber doch eigentlich keine große Hürde mehr darstellen sollte.
In Deutschland gibt es momentan ungefähr 32 verschiedene Facharzt-Weiterbildungsmöglichkeiten. Für welche man sich später entscheidet hängt meist auch von den Beziehungen, bzw. den Bereichen ab, mit denen man in Berührung kommt. Kennt man z.B. einen netten Anästhesisten, der einem mehrfach schon angeboten hat bei ihm zu arbeiten, dann erwägt man womöglich auch gleich einen Facharzt in Anästhesie zu machen. Macht man seine Famulatur oder sein PJ in einer Klinik mit netten Arbeitsklima, dann kommt man leicht auf den Trichter, dort auch weiter zu arbeiten, das AiP da zu machen, (welches man sich häufig direkt mit anrechnen lassen kann) und einen Facharzt auf diesem Gebiet zu erwerben.
Wichtig ist auch, daß man vor Antritt der Assistentenzeit die Weiterbildungsberechtigung des Arbeitgebers prüft: u.a. ist ein Wechsel der Arbeitsstelle von Nöten, falls nicht die volle Weiterbildungsermächtigung vorliegt.
Innerhalb des Fachgebiets kann man auch noch spezialisierte Gebietsbezeichnungen erweben, z.B. "Endokrinologe" in der Inneren Medizin. Weiterhin gibt es die Zusatzbezeichnungen wie "Naturheilverfahren" oder "Sportmedizin", die nicht zwingend mit dem Fachgebiet verbunden sind. D.h. z.B. ein Facharzt für Innere Medizin und ein Facharzt für Allgemeinmedizin können beide diese Zusatzbezeichnung erwerben.
In der Schweiz lautet die Berufsbezeichnung übrigens nicht "Facharzt", sondern "Spezialarzt FMH" (Foederatio Medicorum Helveticorum)!
Man sollte seine Wahl, welchen Facharzt man später erlangen möchte nicht allzu verkrampft sehen. Jeder findet nach und nach einen Bereich, der Ihm liegt.
Damit ihr eine Idee davon bekommt was während der Facharztweiterbildung auf euch zukommt haben wir ein paar Interviews mit Ärzten in und nach der Ausbildung durchgeführt. Diese Interviews findet Ihr, unter "Facharztberichte".
Die jeweilige Weiterbildung wird von Deiner Ländesärztekammer geregelt, die sich allerdings weitestegehend an der Musterweiterbildungsordnung der BÄK orientiert. Darin findest Du einen Überblick über alle derzeit möglichen Weiterbildungen mitsamt Weiterbildungsinhalten, und darüber hinaus die möglichen Spezialisierungen.
Eine von interessanten Ansatzmöglichkeiten für junge Ärzte bietet die Organisation Ärzte ohne Grenzen. Was die Organisation genau macht und wie man sich da bewerben kann, könnt ihr hier lesen.
