• Home
  • Suche
  • Kontakt
campus.doccheck.com
Lasst mich durch, ich werde Arzt!
Login

Düsseldorf als Studienort

Düsseldorf – Mode, Messe und Medizinstudium? Kann man in dieser Stadt tatsächlich Medizin studieren? Ja, man kann! Genau genommen ist die Düsseldorf Heinrich-Heine-Universität aus der Akademie für praktische Medizin hervorgegangen. Seit 1965 ist sie eine Volluniversität mit fünf Fakultäten und im Jahr 1989 wurde sie benannt nach dem in Düsseldorf geborenen Dichter und Journalisten Heinrich Heine.

Das Studium

Die Struktur des Studiums wurde in den letzten Jahren mehrmals verändert. Natürlich entsprechen die Fächer immer noch denen aller anderen medizinischen Fakultäten. Allerdings wird immer wieder an der Kombination in den jeweiligen Semestern gefeilt. Beispielsweise wird die Anatomie jetzt nicht mehr nur im ersten und zweiten Semester absolviert, wie noch vor einigen Jahren, sondern ist über die gesamte Vorklinik verteilt. Ähnlich ist es mit anderen Fächern.  

Nach zwei Jahren folgt, wenn alles gut läuft, das erste Staatsexamen und dann geht es auch schon in den klinischen Abschnitt des Studiums.

Dieser ist in Düsseldorf nicht mehr nach Semestern, sondern nach Studienjahren und Blöcken aufgeteilt. Es gibt die Blöcke von A bis F und diese werden in chronologischer Reihenfolge durchlaufen. Leider wird es einem dadurch fast unmöglich gemacht, Fächer vorzuziehen, um sich für das letzte Semester vor dem PJ etwas Luft zu verschaffen.

Nebenher müssen Blockpraktika und Famulaturen wie in jeder anderen Uni auch absolviert werden. Doch auch hier gibt es in Düsseldorf einen kleinen Unterschied zu manchen anderen Universitäten. Die Blockpraktika müssen teilweise in den Semesterferien abgelegt werden. Das heißt neben 4 Monaten Famulatur stehen noch zwei Wochen Allgemeinmedizinpraktikum und zwei Wochen Gynäkologiepraktikum auf dem Programm. Das kann zum Studienende schon mal knapp werden.

Die Qualität des Studiums schwankt von Fach zu Fach. Es gibt gute und schlechte Institute und Kliniken, aber das ist mit Sicherheit in anderen Universitäten ähnlich.

Die Stadt

Zunächst ein paar Fakten: Düsseldorf ist seit 1946 die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen und hat etwa 580000 Einwohner. Am Rhein gelegen hat Düsseldorf schon einen gewissen Charme, denn an der Rheinpromenade kann man gut Fahrrad fahren, inlinern oder einfach nur „Leute gucken“.

Düsseldorf versteht sich selbst als Mode- und Messestadt und ist keine typische Studentenstadt wie beispielsweise Münster.

Die Preise in Düsseldorf sind einigermaßen gesalzen, für Wohnungen muss man etwa den doppelten Preis in Kauf nehmen, wie im Ruhrgebiet oder anderen umliegenden Ortschaften. Es gibt natürlich auch in Düsseldorf Studentenwohnheime. Einerseits gibt es die Wohnheime vom Studentenwerk, aber auch private Wohnheime. Diese liegen dann allerdings nicht unbedingt in Uninähe. Wer schon frühzeitig weiß, dass er in Düsseldorf studieren wird und gerne im Wohnheim wohnen möchte, sollte sich auch schon früh bewerben, denn zum Semesterbeginn herrscht natürlich immer ein großer Andrang.

Weggehen in Düsseldorf

Düsseldorf ist bekannt für seine „längste Theke der Welt“, die verteilt sich auf die Bolkerstraße in der Altstadt und umliegende Straßen. Hier ist es gerade am Wochenende sehr voll und vor allem im Sommer sollte man sich auf Unmengen an Junggesellenabschieden gefasst machen ...

Eine zweite große Anlaufstelle ist der Düsseldorfer Medienhafen. Hier befinden sich mehrere große Diskotheken, wie das 3001 oder MK-2. Außerdem werden die Gehry-Bauten nicht nur mit Büros bevölkert, im Erdgeschoss befinden sich Kneipen und Restaurants, die zum stilvollen Verweilen einladen. Es versteht sich in Düsseldorf fast schon von selbst, dass man auch hier ein paar Euro mehr drauf legen muss.
In den Straßen rund um den Hafen locken viele nette Cafés und Kneipen.

Der Düsseldorfer Stadtteil Bilk gilt als Studentenstadtteil. Durch die Nähe und gute ÖPNV-Anbindung zur Uni und auch in die Altstadt ist dies der ideale Wohnort für Studierende. Hier findet man auch kleinere Kneipen mit Studentenflair.

Kunst und Kultur

Wer kulturell interessiert ist, findet in Düsseldorf eine Menge Angebote.

Am Düsseldorfer Grabbeplatz haben sich die Kunstsammlung des 20 Jahrhunderts, K20, und die Kunsthalle Düsseldorf niedergelassen. Wer sich mehr für die Kunst des 21. Jahrhunderts interessiert, ist im K21 gut aufgehoben. Außerdem lockt die Stiftung museum kunst palast regelmäßig mit interessanten Ausstellungen viele Gäste in den Düsseldorfer Ehrenhof.

Im Jahr 2006 hat die Stadt Düsseldorf ein besonderes Kulturereignis neu installiert. Erstmalig präsentiert sich die Quadriennale. Unter dem gemeinsamen Motto „Körper“ beteiligen sich alle großen Museen an dem ganzjährigen Kunstfest. Künftig soll die Quadriennale alle vier Jahre stattfinden und so eine feste Installation in der Düsseldorfer Kunstszene werden.

Natürlich gibt es auch eine Menge kleiner Galerien und Künstlervereine, die eigene Programme anbieten, die aber deshalb nicht minder interessant sind. Jedes Jahr öffnen Düsseldorfer Künstler ihre Türen und präsentieren sich und ihre Arbeit. „Kunstpunkte – Offene Ateliers in Düsseldorf“ heißt das Programm.

Auch Filminteressierte kommen in Düsseldorf auf ihre Kosten. Fünf Kinos gehören der Düsseldorfer Filmkunstkino GmbH an, die 1998 gegründet wurde, um die Düsseldorfer Kinolandschaft nicht nur von großen Kinoproduktionen bestimmen zu lassen. Das Konzept hat sich bewährt und so findet sich in de breiten Palette für fast jeden Geschmack etwas. Auch ein Filmmuseum hat Düsseldorf in der Black Box zu bieten.

Auch auf er Bühne hat Düsseldorf einiges zu bieten.
Für Theaterfans bietet das Düsseldorfer Schauspielhaus ein ständig wechselndes Programm. Und die Deutsche Oper am Rhein, eine Theatergemeinschaft zwischen Düsseldorf und Duisburg, bietet abwechslungsreiche, hochkarätige Vorführungen. Besondere Momente werden geboten, wenn mehrteilige Aufführungen auf die Beine gestellt werden, bei denen die Zuschauer zwischen Düsseldorf und Duisburg pendeln

Fazit

Für die meisten Studenten, die neu nach Düsseldorf kommen, gestaltet sich der Anfang erfahrungsgemäß schwierig. Doch in Düsseldorf lässt es sich schon gut leben, gerade das Freizeitangebot ist hier nicht zu verachten. So kann man sich mit der Zeit gut einleben, was auch den meisten gelingt.

Negativ ist an Düsseldorf, dass es sehr teuer ist und gerade die Mieten sehr hoch sind.

Wer ein so gutes Abitur hat, dass er sich seinen Studienort aussuchen kann, findet für das Medizinstudium mit Sicherheit bessere Studienorte als Düsseldorf. Hier ist alles ziemlich chaotisch und unflexibel – wobei die Studenten natürlich ein Maximum an Flexibilität bieten müssen.

Autor:

Sarah Sommer

E-mail:

sarah.sommer@medizinstudent.de

Flexicon