• Home
  • Suche
  • Kontakt
campus.doccheck.com
Lasst mich durch, ich werde Arzt!
Login

Studieren in Essen

Kulturhauptstadt 2010 - Essen

Auch Medizinstudenten wollen in ihrer oftmals knapp bemessenen Freizeit ein wenig Kultur genießen. Warum also nicht in Europas Kulturhauptstadt 2010 studieren? In Essen.

Essen - Appetit auf Medizin

Der erste Eindruck trügt: der Himmel grau von der Industrie, das Stadtbild verdreckt und nur wenige Grünflächen. Diese und ähnliche Vorurteile hört man immer wieder in anderen Bundesländern, wenn vom Ruhrgebiet die Rede ist. Dass das Unsinn ist, sollte spätestens klar sein, seit Essen sich - stellvertretend für den ganzen "Ruhrpott" - gegen mehrere andere deutsche Städte bei der Wahl zur Kulturhauptstadt durchsetzte.
Zugegeben: Wer zum ersten Mal in die Stadt im Herzen des Ruhrgebiets kommt, wird nicht unbedingt direkt verstehen, warum Essen eine Hauptstadt der Kultur sein soll. Doch auf den zweiten Blick offenbart sich die Antwort. Egal, ob man gerne ins Theater oder Kino gehen oder einfach nur in einem schönen Park relaxen will. Essen und der umliegende „Pott“ haben einiges zu bieten.
Doch es gibt noch mehr Gründe, die für ein Studium in dieser Stadt sprechen.

Kein Gedränge bei der Vorlesung

Mit weniger als 200 Studenten die jedes Wintersemester anfangen, zählt der Studiengang studentenmäßig eher zu den kleineren, wodurch die Humanmedizin kein überlaufenes Massenfach ist. Genau das schätzen die Studierenden. Durch die kleine Zahl an Kommilitonen kennt beinahe jeder jeden. Anders als viele andere Universitäten macht Essen seit einiger Zeit Gebrauch von der Möglichkeit, sich seine Studenten selbst auszusuchen. Neben der Zulassung über die ZVS via Abinote und Wartezeit, vergibt die Universität Plätze für's Medizinstudien über Auswahlgespräche. Ein Kriterium für den ein oder anderen mit weniger guten Noten sich dort zu bewerben.Das Universitätsklinikum im Bezirk Holsterhausen ist mit über 200.000 qm Fläche quasi ein eigener Stadtteil für sich. Hier findet sich (fast) alles, was für die Medizinstudenten von Bedeutung ist. Direkt gegenüber des großen Gebäudes der Institutsgruppe 1, in dem - mit Ausnahme von Physik und Chemie - sämtliche Lehrveranstaltungen der Vorklinik abgehalten werden, findet man die ganzjährig geöffnete Mensa. Über eine symbolträchtige Brücke, die die Einrichtungen des vorklinischen mit denen des klinischen Abschnittes verbindet, gelangt man zum eigentlichen Uniklinikum. Dort befinden sich auch die medizinische Unibibliothek, die Fachschaft und das Audimax.Wer ein Auto sein Eigen nennt, sollte das jedoch lieber zu Hause stehen lassen, denn mit einer guten Parkplatzsituation kann sich das Klinikum leider nicht rühmen. Dann lieber mit dem Fahrrad oder öffentlichen Vehrkehrsmitteln fahren und einen kurzen Fußweg in Kauf nehmen, anstatt im Auto eine Stunde lang nach freien Plätzen zu spähen.

Qualität der Lehre

Über Uni-Rankings kann man sich bekanntlich streiten. Fest steht jedoch, dass die Uni Essen im Fach Humanmedizin bisher grundsätzlich schlecht abschneidet.Von Studenten des öfteren kritisiert wurde der Aufbau der Vorklinik sowie die Praxisferne während des Studiums.Doch die Essener sind bemüht die Lehre immer weiter zu verbessern, was die Studenten angesichts der Studiengebühren, die das Land NRW seit kurzem verlangt, auch erwarten dürfen. Die Studenten kommen nun bereits im 1. Semester in den Genuss des Präparationskurses, der sich über drei Halbjahre aufteilt. Bisher fand er ausschließlich im 3. Semester statt. Hervorzuheben ist, dass der gesamte Kursus der Anatomie von einem Schnittbildkurs ergänzt wird. Hier lernen die Studenten Strukturen auf derartigen Bildern zu erkennen und gewinnen somit an Erfahrung für die Klinik hinzu, in der man des öfteren mit Schnittbilder konfrontiert wird. An vielen anderen Unis wird dies in der Vorklinik außer Acht gelassen. Für Studierende, die bereits das Physikum erfolgreich gemeistert haben, bietet das Skills Lab des Lehrzentrums interessante Kurse an. In diesen werden sie auf die Widrigkeiten des Klinikalltags vorbereitet. An diversen Modellen können sie praktische Fertigkeiten, wie Blut abnehmen, ZVKs legen oder das richtige Verhalten in Notfallsituationen erlernen. Ein besonders interessanter Kurs ist die notfallmedizinische Sommerakademie. Die Studenten lernen in einer Woche sämtliche notärztliche Themen und testen ihr Wissen im Anschluß in einer groß angelegten Übung. Alle Teilnehmer sind davon begeistert.
Für die Studenten sind diese freiwilligen Kurse kostenlos, doch nicht umsonst. Denn den Teilnehmern fallen die praktischen Tätigkeiten in den Famulaturen wesentlich leichter. .

Freizeit

 

Um den Stress des Studiums für ein paar Stunden hinter sich zu lassen, bietet die zukünftige Kulturhauptstadt - wie erwähnt - zahlreiche Möglichkeiten.
Der Grugapark, der unmittelbar dem Uniklinikum anliegt, lädt im Sommer zum Verschnaufen und Erholen ein. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist man schnell am schönen Baldeneysee im Essener Süden. Dieser ist ein Anziehungspunkt für Segler, Ruderer und Surfer, genau wie für Skater, Jogger oder Radfahrer. Des Weiteren lohnt sich ein Besuch der benachbarten Villa Hügel mit großer Wald- und Parkanlage und ständigen Ausstellungen.
Wirklich kulturell geht es in den diversen Theatern zu: Dem Aalto-, Grillo-, GOP-Varieté-, oder Colloseum-Musical-Theater.
Wem das vielfältige Angebot Essens als selbsternannte Einkaufsstadt nicht ausreicht, fährt in eines der beiden benachbarten Einkaufszentren. Sowohl das Mülheimer Rhein-Ruhr-Zentrum, als auch das Oberhausener CentrO locken solvente Kunden mit zahlreichen Geschäften, Kinos, Gaststätten und Kneipen an.
Ein guter Ort, um sich abends auf ein oder gerne auch zwei Bierchen zu treffen, ist die "Rü", eine Kneipenstraße in Fußreichweite vom Uniklinikum. Mit dem Semesterticket kann man das übrige Ruhrgebiet ohne zusätzliche Kosten erkunden.

Das eindeutige Fazit

 

Essen - eine lebhafte Stadt, die denen viel bietet, die sich auf sie einlassen.

 

 

Michael Gonsior
Student/in der Humanmedizin
35392 Gießen
Deutschland

Flexicon